Kellerkino

andere Filme anders zeigen

Seite 15 von 20

Hier geht es zum Trailer

Internationales Filmfestival Cannes: Beste Regie, Beste Musik 2021
Regie: Léos Carax; Buch, Musik: Ron Mael, Russell Mael; Kamera: Caroline Champetier; Schnitt: Nelly Quettier; Darsteller*innen: Adam Driver, Marion Cotillard, u. a.; Frankreich / Deutschland / Belgien 2021; 140 Min.; FSK: 12; Englisch m. dt. U.


Ann ist eine berühmte Opernsängerin, Henry ein polarisierender Stand-Up
Comedian. So unterschiedlich die beiden sind, so tief ist ihre Liebe. Als mediengefeiertes
Star-Pärchen brausen sie durch die Häuserschluchten von Los Angeles, an blendenden
Leuchtreklamen vorbei, und singen „we love each other so much“ in ihrem idyllischen
Strandhaus. Doch die Geburt ihres ersten Kindes, Annette, ein geheimnisvolles Mädchen
mit einem außergewöhnlichen Schicksal, wird ihr Leben auf den Kopf stellen.
Carax hat ein rauschhaftes, furioses Werk geschaffen, das von der Musik der Art-Pop-Pioniere Sparks getrieben wird und durch seine ungewöhnliche Inszenierung subtile Zwischentöne erfährt. Nach DIE LIEBENDEN VON PONT-NEUF und HOLY MOTORS präsentiert uns der virtuose Leos Carax sein neuestes Meisterwerk – ein knalliges und intensives Drama voller mitreißender Musik, mit Momenten eindringlicher Schönheit und trockenem, absurdem Humor. (Verleih)

ANNETTE ist ein Erlebnis, auf das man sich unbedingt einlassen sollte. (programmkino.de)
Der originellste Film des Jahres, ein wilder Ritt wie kein anderer, ein mitreißender Walzer im Sturm. (Empire Magazin)

Hier geht es zum Trailer

Regie, Musik: Dietrich Brüggemann; Buch: D. Brüggemann, Anna Brüggemann; Kamera: Alexander Sass; Schnitt: Vincent Assmann; Darsteller*innen: Anna Brüggemann, Alexander Khuon, Isolde Barth, Hanns Zischler, Petra Schmidt-Schaller, Mark Waschke, u. a.; Deutschland 2021; 120 Min.; FSK: 12; dt. Fassung


Dina und Michael, er Arzt, sie Schauspielerin, sind eigentlich glücklich in ihrer
Beziehung, bis Michael beginnt, laut über eine Trennung nachzudenken. Die Frage
„Könnten wir nicht glücklicher sein als in dieser Konstellation?“ steht im Raum. Aber Dina
sagt: „Nö.“
In fünfzehn Situationen und über sieben Jahre hinweg begleiten wir das Paar, wie es sich durchs Leben laviert und dabei versucht, die Liebe nicht aus den Augen zu verlieren. Wie es versucht, den eigenen Eltern gerecht zu werden, im Beruf nicht unterzugehen und selbst gute Eltern zu sein. (Verleih)

Formal wie inhaltlich ein äußerst reizvoller Kommentar zum Erwachsenwerden mit scharfzüngigen Dialogen, einem trockenen Humor und einer eleganten Inszenierung plus durchweg hervorragenden Darstellern. (filmdienst.de)

Hier geht es zum Trailer

Europäischer Filmpreis: Bester Film, Beste Regie, Bestes Buch, Bester Darsteller 2020
Academy Awards: Bester internationaler Film 2021
Regie: Thomas Vinterberg; Buch: T. Vinterberg, Tobias Lindholm; Kamera: Sturla Brandth Grøvlen; Schnitt: Janus Billeskov Jansen, Anne Østerud; Darstellerinnen: Mads Mikkelsen, Thomas Bo Larsen, Lars Ranthe, Magnus Millang, u. a.; Dänemark 2020; 117 Min.; FSK: 12; Dänisch m. dt. U.

Früher war Martin Lehrer aus Leidenschaft – heute sind nicht nur die Schüler von seinem fehlenden Enthusiasmus gelangweilt, auch in Martins Ehe ist die Luft raus. Seinen drei Freunden, die am selben Gymnasium unterrichten, geht es nicht viel besser. Bei einer angeheiterten Geburtstagsrunde diskutieren sie die Theorie eines norwegischen Philosophen: Nach dieser ist ein Mensch nur mit einem erhöhten Alkoholgehalt im Blut zu Bestleistungen fähig. Solch eine gewagte These muss überprüft werden. Die vier beschließen den Selbsttest zu machen und während der Arbeit einen bestimmten Pegel zu halten. Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten … (Verleih)

Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg untersucht in seinem filmischen Schaffen vorzugsweise ausgehöhlte, meist patriarchale Rituale unserer westlichen Wohlstandsgesellschaft. So auch hier. Auch dank exzellenter Schauspielerinnen ist ihm mit »Der Rausch« ein überzeugender Beitrag zu der ambivalenten Rolle, die Suchtmittel in unserer Leistungsgesellschaft spielen, gelungen. (Jury des ev. Films)

Hier geht es zum Trailer

Schlingel Internationales Filmfestival: Preis des Goethe-Instituts, Preis der ökumenischen Jury 2019

Regie: Sarah Winkenstette; Buch: Susanne Finken; Kamera: Monika Plura; Schnitt: Nicole Kortlüke; Musik: Leonard Petersen; Darsteller*innen: Yoran Leicher, Sobhi Awad, Anna König, u. a.; Deutschland 2019; 88 Min.; FSK: 0;
Empfohlen ab 10 Jahren

Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen Ben (12) und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Fußballverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: Tariq (11), Flüchtling aus Syrien, der ihm nicht nur in der Klasse die Show stehlt, sondern auch noch auf dem Fußballplatz punktet. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent doch mehr mit ihm gemeinsam als er denkt? (Verleih)

Wir fanden es anfangs recht schwer dem Film ZU WEIT WEG eine angemessene Kritik zu geben, denn er spricht viele verschiedene Themen an, die vor allem die heutige erwachsene Gesellschaft sehr beschäftigen, und versucht diese für Kinder zu erklären. In dieser Geschichte zählt vor allem die Freundschaft, die die beiden Jungs verbindet. Kurze Dialoge machen den Film leicht verständlich und manch coole Kamera- und Special Effects gaben der Handlung Schwung. Vor allem die schauspielerische Leistung von Tariq hat uns überzeugt und ließ seine Geschichte sehr realistisch wirken. (Jugend-Filmjury)

Ein berührender Film über Freundschaft und die Frage, was es heißt, fremd zu sein. (DeinSpiegel)


Aufgrund der geltenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie sind wir rechtlichen Auflagen unterlegen. Bitte tragen Sie einen Mund- und Nasenschutz, bis Sie Ihren Platz eingenommen haben. Bitte halten Sie Abstand zu anderen Besuchern und Besuchergruppen. Bitte füllen Sie die ausliegenden Formulare mit Ihren Kontaktdaten aus. Näheres dazu erfahren Sie über unsere Website kellerkino-hildesheim.de und vor Ort.
Wir bitten um Ihr Verständnis, das Kellerkino-Team (September 2020)

Hier geht es zum Trailer

Goldener Spatz: Bestes Drehbuch 2019

Regie: Steven Wooterloud; Buch: Laura van Dijk; Kamera: Sal Kroonenberg; Schnitt: Christine Houbiers; Musik: Franziska Henke; Darsteller*innen: Sonny Coops Van Utteren, Josephine Arendsen; Niederlande / Deutschland 2019; 82 Min.; FSK: 0; dt. Fassung
Empfohlen ab 8 Jahren

Der 10jährige Sam und seine Familie machen Urlaub auf der niederländischen Insel Terschelling, doch bereits am ersten Tag bricht sich sein Bruder ein Bein. Sam trifft durch diesen Umstand auf Tess, ein seltsames Mädchen, das einen verrückten Plan hat, um endlich ihren Vater kennenzulernen. Und kein Geringerer als Sam soll ihr dabei helfen. Obwohl Sam eigentlich allein bleiben will, um sich so vor Kummer zu schützen, entdeckt er während seines Abenteuers mit Tess, wie wichtig Familie wirklich ist. (Verleih)

Eine turbulente Sommergeschichte für die ganze Familie. (MDR)

Gleichzeitig leicht, nachdenklich und aufrichtig. Eine schöne und ausgewogene Coming-of-Age-Geschichte. (Screendaily)


Aufgrund der geltenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie sind wir rechtlichen Auflagen unterlegen. Bitte tragen Sie einen Mund- und Nasenschutz, bis Sie Ihren Platz eingenommen haben. Bitte halten Sie Abstand zu anderen Besuchern und Besuchergruppen. Bitte füllen Sie die ausliegenden Formulare mit Ihren Kontaktdaten aus. Näheres dazu erfahren Sie über unsere Website kellerkino-hildesheim.de und vor Ort.
Wir bitten um Ihr Verständnis, das Kellerkino-Team (September 2020)

Hier geht es zum Trailer

Internationales Filmfestival Cannes: Preis der Jury 2019
César Filmpreis: Bester Film 2019
Europäischer Filmpreis: Europäische Entdeckung – Prix FRIPRESCI 2019

Regie: Ladj Ly; Buch: Ladj Ly, G. Gederlini, A. Manenti; Kamera: Julien Poupard; Schnitt: Flora Volpelière; Darsteller*innen: Damien Bonnard, Alexis Manenti, Jeanne Balibar, u. a.; Frankreich 2019; 104 Min.; FSK: 12; Französisch m. dt. U.

Schon bei seinem ersten Einsatz spürt der Polizist Stéphane, der Neuling in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil, die Spannungen im Viertel, in dem es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei kommt. Hier herrschen eigene Regeln, die Kollegen überschreiten selbst die Grenzen des Legalen, sehen sich dabei aber stets im Recht. Bei der versuchten Verhaftung eines jugendlichen Verdächtigen werden die Polizisten mit Hilfe einer Drohne gefilmt. Ihr fragwürdiges Vorgehen droht öffentlich zu werden, und aus den Gesetzeshütern werden plötzlich Gejagte…
Regisseur Ladj Ly, selbst in Montfermeil aufgewachsen, siedelt sein spannungsgeladenes Spielfilmdebüt am Schauplatz von Victor Hugos berühmtem Roman „Les Misérables“ an. Und gibt damit ein klares Statement: Wenig hat sich geändert in den letzten 150 Jahren in den von Armut und sozialen Spannungen geprägten Vororten, wo Jugendliche mit Migrationshintergrund im Krieg mit der Polizei liegen – und umgekehrt.
Es ist ein harter, realistischer, schnell geschnittener und provozierender Blick auf die klaffende Wunde sozialer Ungerechtigkeit und einen von Gewalt geprägten Alltag in den Pariser Banlieues, auf eine Jugend ohne Chance – und ihre Art, sie zu nutzen… (Verleih)

Ein meisterlich inszenierter Film über die explosive Gemengelage an Fronten und Fraktionen in den französischen Banlieues. Ohne einseitige Schuldzuschreibungen greift das fein gezeichnete Drama brandaktuelle gesellschaftliche Strömungen auf und sensibilisiert eindrücklich für die unkalkulierbaren Gefahren, die aus jeglicher Form der Ausgrenzung erwachsen. (filmdienst.de)


Aufgrund der geltenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie sind wir rechtlichen Auflagen unterlegen. Bitte tragen Sie einen Mund- und Nasenschutz, bis Sie Ihren Platz eingenommen haben. Bitte halten Sie Abstand zu anderen Besuchern und Besuchergruppen. Bitte füllen Sie die ausliegenden Formulare mit Ihren Kontaktdaten aus. Näheres dazu erfahren Sie über unsere Website kellerkino-hildesheim.de und vor Ort.
Wir bitten um Ihr Verständnis, das Kellerkino-Team (September 2020)

Hier geht es zum Trailer

Regie: Christian Krönes, Florian Weigensamer; Buch: Roland Schrotthofer, F. Weigensamer; Kamera, Schnitt: Christian Kermer; Österreich 2018; 96 Min.; FSK: 6; Englisch m. dt. U.

Der Dokumentarfilm WELCOME TO SODOM lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas größter Müllhalde mitten in Afrika blicken und portraitiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. Die Müllhalde bei Accra in Ghana wird höchstwahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen! (Verleih)

Dieser Wahnsinnsfilm ist der Kommentar zu Weltwirtschaft und Wohlstandsgefälle in spektakulären Bildern. Mehr Kino geht nicht. (Amnesty International)


Aufgrund der geltenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie sind wir rechtlichen Auflagen unterlegen. Bitte tragen Sie einen Mund- und Nasenschutz, bis Sie Ihren Platz eingenommen haben. Bitte halten Sie Abstand zu anderen Besuchern und Besuchergruppen. Bitte füllen Sie die ausliegenden Formulare mit Ihren Kontaktdaten aus. Näheres dazu erfahren Sie über unsere Website kellerkino-hildesheim.de und vor Ort.
Wir bitten um Ihr Verständnis, das Kellerkino-Team (September 2020)

Hier geht es zum Trailer

Regie: Robert Wiene; Buch: Carl Meyer, Hans Janowitz; Kamera: Willy Hameister; Darsteller*innen: Werner Kraus, Conrad Veidt, Lil Dagover, u.a.; Deutschland 1920; 76 Min.; FSK: 12; dt. Zwischentitel

Dieser expressionistische Stummfilmklassiker erzählt die Geschichte des Dr. Caligari, der mit Hilfe des Somnambulen Cesare eine kleine Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Tagsüber lässt Caligari Cesare auf dem Jahrmarkt die Zukunft vorhersagen. Nachts begeht Cesare unter dem Einfluss seines Herrn furchtbare Morde. Eines Nachts wird Alan ermordet, nachdem Cesare ihm den nahen Tod prophezeit hatte. Alans Freund Francis ahnt, dass Dr. Caligari mit der Sache zu tun hat. Als Francis‘ Freundin Jane von Cesare entführt wird, wird der Verdacht zur Gewissheit. (Verleih)

Vor allem der Caligari des Werner Krauß ist in Maske, Miene und Gebärde von gespenstischer Romantik, stärkster E.T.A. Hoffmann. (Vossische Zeitung vom 29.2.1920)

Man kann sich zur modernen Kunst stellen, wie man will, in diesem Fall hat sie entschieden eine Berechtigung. Die Decla-Filmgesellschaft hat mit diesem neuesten Werk bewiesen, dass die Filmkunst noch lange nicht mit ihrem Latein zu Ende ist, und dass noch neue, ungeahnte Möglichkeiten zu ihrer Weiterentwicklung offen stehen. (Der Kinematograph vom 3.3.1920)

16:30 Uhr – erste Vorführung
19:30 Uhr – zweite Vorführung

Kartenvorverkauf ab Dienstag den 29. September an der Abendkasse vom Kellerkino und ab Mittwoch den 30.09. in der Anmeldung der VHS Hildesheim. (KEINE Anmeldung. Nur Kartenvorverkauf).
Beim Kartenvorverkauf füllen Sie direkt den Zettel zur Zurückverfolgung von Infektionsketten aus.


Aufgrund der geltenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie sind wir rechtlichen Auflagen unterlegen. Bitte tragen Sie einen Mund- und Nasenschutz, bis Sie Ihren Platz eingenommen haben. Bitte halten Sie Abstand zu anderen Besuchern und Besuchergruppen. Bitte füllen Sie die ausliegenden Formulare mit Ihren Kontaktdaten aus. Näheres dazu erfahren Sie über unsere Website kellerkino-hildesheim.de und vor Ort.
Wir bitten um Ihr Verständnis, das Kellerkino-Team (September 2020)

Hier geht es zum Trailer

Manchmal ist der Kopf ganz leer.
Natürlich lohnt sich die neue elektronische Kasse, sie wolle ja schließlich noch viele Jahre arbeiten. „Ich bin erst 69!“, so Romys Großmutter Stine (Beppie Melissen), eine eher resolute Frau, vielbeschäftigt mit ihrem kleinen Friseursalon, den sie allein betreibt, vielleicht ein wenig einsam, seit ihr Mann nicht mehr lebt.

Wegen ihm ist sie vor vielen Jahren in die Niederlande gekommen – in ihrer Wohnung hängt ein Bild, das er gemalt hat, vor vielen Jahren. In der Nähe von diesem dänischen Strand habe sie gewohnt, erzählt sie ihrer Enkelin, als er dort Urlaub machte. Am Strand habe sie immer gebadet, nackt, weil sich das Wasser so schön anfühlt auf der Haut. Romy (Vita Heijmen) verzieht nur leicht angeekelt die Mundwinkel – nackt baden?

Weder Oma noch Enkelin sind besonders begeistert, dass Romy nach der Schule bei Stine bleiben soll, weil Romys Mutter Margot (Noortje Herlaar) eine neue Stelle gefunden hat und endlich etwas mehr arbeiten kann. Zu ihrem Vater Willem (Guido Pollemans) kann sie nicht, denn dessen Haus gehört seiner neuen Freundin, und mit der will Romy nichts zu tun haben.

Die Zehnjährige arrangiert sich damit ebenso wie die Seniorin mit Vermeidungsstrategien: Romy spielt noch Fußball oder putzt Fernfahrern die Windschutzscheiben, sie sucht nach Tricks und Auswegen, um erst möglichst spät im Friseursalon erscheinen zu müssen. Und Stine ist froh, dass die Enkelin sich gleich nach oben in die kleine Wohnung verdrückt und dort Hausaufgaben macht, Zeitschriften liest und jedenfalls nicht stört. Dann fällt Romy aber auf, dass ihre Großmutter anfängt, sich zu verrechnen und Dinge zu vergessen – und Stine freut sich über das aufmerksame Kind, das ihr immer mehr eine große Hilfe wird.

Tamara Bos lässt in ihrem Drehbuch (nach ihrem eigenen Roman) die Anzeichen für Stines Alzheimer-Erkrankung ganz langsam in die Handlung eindringen, bis dann zunächst ein Besuch im Krankenhaus für Klarheit sorgt und ein Brand im Salon einen Umzug in ein Pflegeheim erzwingt. Mischa Kamps Inszenierung verzichtet dabei auf große Gefühligkeiten und Schmalz. Sie zeigt die Ratlosigkeit von Margot, die Verwirrung von Stine und Romy. In der Plötzlichkeit der Ereignisse, die der Film ganz aus den Augen von Romy zeigt, lässt sich erahnen, wie wenig ihre Großmutter versteht, verstehen kann, was vor sich geht.

Das ist nicht zuletzt den Darsteller_innen zu verdanken. Melissen und Heijmen nimmt man die schwierige, sich entwickelnde Beziehung jederzeit ab, und Herlaar gibt ihre Margot ohne jeden Pathos und jede Übertreibung als sich sorgende, alleinerziehende, berufstätige Mutter, die ihrer Mutter helfen möchte und gleichzeitig sichtbar – aber eben nur angedeutet – jahrzehntealte, nicht ausgetragene Konflikte mit ihrer Mutter herumträgt.

Der kindliche Blickwinkel sorgt dafür, dass Romys Salon solche Themen nur am Rande andeutet – und zugleich ohne jede Sentimentalität den Fokus darauflegt, welche emotionale Last eine Alzheimer-Erkrankung für Angehörige und Erkrankte sein kann. Insofern ist Kamps Film einer der bestmöglichen Kinderfilme, nämlich einer, der eigentlich keiner ist. Seine kindliche und kindertaugliche Perspektive macht allerdings den Blick klarer und der Erkrankung womöglich angemessener, weil er stärker auf das Hier und Jetzt konzentriert ist.

Weil Stine so viel über ihre alte Heimat Dänemark spricht, entschließt sich Romy kurzerhand, mit ihrer Oma dorthin zu fahren – natürlich ohne ihren Eltern Bescheid zu geben, die das nie gutheißen würden. Mit ein wenig erspartem Geld machen sich die zwei auf den Weg.

Die Ähnlichkeit der Handlung sorgt natürlich zwangsläufig für Vergleiche mit Til Schweigers hierzulande sehr erfolgreichem Film Honig im Kopf (dessen von ihm selbst inszeniertes amerikanisches Remake sensationell gefloppt ist), aber damit tut man Romys Salon mehr als Unrecht. Während Schweigers Film vor allem darauf abzielt, möglichst große emotionale Reaktionen zu erzeugen, und seine Welt im Übrigen in „neo-spießige Hochglanzoptik“ taucht, wie Joachim Kurz das treffend beschrieben hat, zeigt Kamp eine realistische Welt, in der die Menschen einfach leben und arbeiten, müde und erschöpft, aber doch einander zugetan sind.

Die Beziehung zwischen Margot und Willem etwa ist in Romys Salon keine dramatische Trennungsgeschichte. Es wird gelegentlich angedeutet, dass die Scheidung nicht besonders angenehm war (welche wäre das schon?), die beiden reden nicht wirklich miteinander, und vor allem Romy ist nicht glücklich über die Konstellation. „Hattest Du Spaß?“, fragt Margot ihre Tochter einmal nach einem Nachmittag mit Willem. „Nein.“

Aber als Romy und Stine plötzlich verschwunden sind, sind die beiden selbstverständlich gemeinsam unterwegs, um ihre Tochter zu suchen – aber genauso selbstverständlich ändert das nichts Grundlegendes an ihrem Verhältnis zueinander. Alzheimer ist hier kein Vehikel, das eine Beziehung kittet.

Stattdessen ist Romys Salon ein Film, der lustig ist und traurig, ernst und albern, realistisch und ein wenig phantastisch. Eine präziser Blick auf eine kleine, liebende Familie in unserer Gegenwart. (kino-zeit.de)

Hier geht es zum Trailer

Ästhetik des Widerstands

Seit langem schon war Terrence Malicks neuer Film angekündigt worden – mindestens seit 2016 war bekannt, dass der US-amerikanische Regisseur an einem Film namens „Radegund“ arbeitete. Und doch verschob sich die Fertigstellung des Films immer weiter, bis er schließlich 2019 im Wettbewerb des Filmfestivals in Cannes auftaucht.

Der mit deutschem Geld und der Mithilfe von Studio Babelsberg realisierte Film erzählt die Geschichte des österreichischen Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter, der 1997 wegen seiner tiefen Frömmigkeit und seiner beharrlichen Weigerung, für Führer, Volk und Vaterland in den Krieg zu ziehen, seliggesprochen wurde. Statt amerikanische Hollywood-Stars sind es dieses Mal aber deutsche und österreichische Darsteller*innen wie August Diehl, Valerie Pachner, Karl Markovics, Franz Rogowski und viele andere mehr in Klein- und Kleinstrollen, die Malicks legendärem Ruf als Leinwandmagier und Schöpfer bildgewaltiger Epen und kinematografischer Gesamtkunstwerke gefolgt sind.

Fast drei Stunden Zeit nimmt sich Terrence Malick für seine Märtyrergeschichte. Er nutzt sie vor allem für all die stilistischen Eigenheiten, die seit vielen Jahren seine Filme prägen. Raunende Stimmen aus dem Off, oft geflüstert, ersetzen vielfach die Dialoge im eigentlichen Sinne und lassen so etwas wie einen inneren Bewusstseins- und Gedankenstrom entstehen. Schwelgerische Naturaufnahmen entwerfen das Bild eines ländlichen Österreich, das fast schon einem Paradies auf Erden gleicht. Die Bäche rauschen, die Getreidefelder und Wiesen wiegen sich sanft im Wind, majestätisch hängen die Wolken über dem Ort St. Radegund in Oberösterreich, wo Jägerstätter (August Diehl) gemeinsam mit seiner Frau Franziska, genannt Fani (Valerie Pachner, Der Boden unter den Füssen), und seinen drei kleinen Töchtern lebt. Ein Paradies der einfachen Leute, ein Leben im Einklang mit der Natur, mit Flora und Fauna, das durch eine Gefahr von außen bedroht ist. Dieses Gespenst, das sich wie ein Gift in den Organismus einschleicht, ist der Nationalsozialismus, den Malick gleich zu Beginn des Filmes mit historischen Aufnahmen vom triumphalen Einzug Hitlers in Wien untermalt.

Der zutiefst fromme Jägerstätter kann mit dem nationalistischen Gebrüll seiner Landsleute und seiner Nachbarn im Dorf nichts anfangen. Doch er ist kein Mann der lauten Gegenworte und der aktiven Gegenwehr, dazu ist er zu leise, zu bescheiden. Er leistet vielmehr beinahe unbemerkt Widerstand, indem er etwa als einziger im Dorf gegen den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich stimmt, das ihm angetragene Amt als Bürgermeister ablehnt und nichts für die Partei spendet. Doch all diese kleinen Akte des Widerstands bleiben vorerst ohne Folgen, erst als er 1940 den Schutzraum seiner dörflichen Heimat verlässt, um in Braunau am Inn bei der Wehrmacht einzurücken, wird seine Ablehnung des Nationalsozialismus offensichtlich. Zwar wird er auf Gesuch seiner Heimatgemeinde zunächst als unabkömmlich vom Wehrdienst freigestellt, doch 1943 muss er abermals einrücken, erklärt dort seinen Status als Kriegsdienstverweigerer und wird direkt wegen „Wehrkraftzersetzung“ inhaftiert, verurteilt und schließlich am 9. August 1943 mit dem Fallbeil in Brandenburg an der Havel hingerichtet.

Der Titel A Hidden Life ist ein Zitat aus dem Roman Middlemarch von George Eliot, in dem es heißt: „(…) for the growing good of the world is partly dependent on unhistoric acts; and that things are not so ill with you and me as they might have been is half owing to the number who lived faithfully a hidden life, and rest in unvisited tombs.” Mit den historischen Fakten nimmt es der Film indes nicht allzu genau. Vergleicht man den realen Lebensweg Jägerstätters mit den Ereignissen, von denen der Film erzählt, muss man feststellen, dass Malick derart drastisch verkürzt und strafft, zuspitzt und weglässt, dass der Film an der historischen Person nur insofern Interesse hat, wie weit sie sich seinem ästhetischen Wollen und seinem Weltbild unterwirft. Insofern verwundert es nicht, dass Jägerstätters ureigenste Beweggründe für sein Handeln eher angedeutet als plausibel dargelegt und so eher fühl- als begreifbar erscheinen. 

Bereits bei Malicks vorherigen Filmen Tree of Life, Knight of Cups und To the Wonder fiel auf, dass er seine Charaktere und Figuren stets so sehr reduziert, dass sie in sein ästhetisches Rezept passen. Hier wird es umso deutlicher, da es sich bei Franz Jägerstätter nicht um eine fiktionale Gestalt, sondern eine historische Person handelt. Natürlich beherrscht Malick sein Metier nach wie vor auf meisterliche Weise, sein Spiel mit der stets sanft bewegten Kamera, mit überwiegend natürlichem Licht, sein Sinn für die Erhabenheit von Musik, sein Blick für Texturen und Landschaften machen ihn zu einem der großen Ästheten des Gegenwartskinos. Leider allerdings erweist sich auch dieses Mal der schöne Schein und dessen Verführungskraft als übermächtig gegenüber der Dringlichkeit und Wahrhaftigkeit des Seins. (kino-zeit.de)

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Kellerkino

Theme von Anders NorénHoch ↑