Die Brüder Tobias (Camille Moltzen) und Philipp (Anton Franke) wachsen in einem ostsächsischen Dorf auf. Während die Hitze hier im Sommer kaum auszuhalten ist, lässt der Frost im Winter die Straßen aufbrechen. Ihre Eltern bauen ein Haus, was für die Geschwister so etwas wie der Wendepunkt ihres Lebens sein könnte. Wären da nicht die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, die noch immer in ihrer Provinz zu finden sind. Für Philipp und Tobias wird die Perspektivlosigkeit von Tag zu Tag größer. In Dresden kommt es zu nationalistischen Aufmärschen und in ihrem Ort sollen Flüchtlinge aufgenommen werden – was das Fass schließlich zum Überlaufen bringt. Während sich der eine Bruder zurückzieht, sucht sich der andere ein Ventil für seine Wut … (FILMSTARTS)
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Hinweis: 16:30 Uhr & 19:00 Uhr: deutsche Fassung
Ein Skelett wird gefunden. Es ist gut erhalten und stellt die Bewohner des kleinen Ortes in Mecklenburg vor ein Rätsel. Die Polizei geht jeder Spur nach. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, die in der Gegenwart mündet: Ob Frontpost von einer Bauernfamilie in Kriegszeiten, Arbeiten und Leben in der LPG oder die Ereignisse am Bahnhof von Bad Kleinen im wiedervereinigten Deutschland – das ist Mecklenburg und seine einzigartigen Bewohner, verwoben in 100 Jahre deutscher Geschichte. Und Tine (Hannah Ehrlichmann), die zunächst annimmt, dass das alles nichts mit ihr zu tun hat, muss am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn die Geschichte sich in das eigene Leben drängt. (FILMSTARTS)
Als seine Großmutter Ella (Hildegard Schmahl) zusehends verwirrter wird und sein Großvater Sönke (Peter Franke) sich einfach nicht von seiner Kneipe, dem Dorfkrug, trennen will, sieht der 47-jährige Ingwer Feddersen (Charly Hübner) die Zeit gekommen, wieder in sein Heimatdorf zurückzukehren. Der Dorfkrug ist nicht mehr das, was er einst war – doch das trifft auf das ganze Dorf zu. Ingwer fragt sich, wann genau der Zeitpunkt war, an dem es mit dem Dorf Brinkebüll bergab ging? War es in den 1970ern, als nach der Flurbereinigung die Hecken und dann auch die Vögel verschwanden? Als immer größere Landwirtschaftsbetriebe gebaut wurden, sodass kleinere weichen mussten? Ist vielleicht er schuld, weil er seinen Großvater mit der Gastronomie alleine ließ, um in Kiel zu studieren? (FILMSTARTS)
Ioanna, eine Frau ohne Stimme, lebt ein tristes Leben auf einer einsamen Insel im Mittelmeer. Sie träumt noch immer von einem deutschen Touristen, mit dem sie vor 26 Jahren einige schöne Tage verbracht hatte. Ihr ist von damals nichts geblieben als eine abgegriffene Postkarte. Sie beschließt, der Einladung nach Bayern zu folgen.
Eingeladen zum Internationalen Filmfestival Thessaloniki 2022. (Verleih)
Das Leben: Die Jahreszeiten, der Zyklus von Geburt, Wachstum und Verfall. Auch in der Einsiedelei gelingt es den Mönchen nicht sich davor zu bewahren. Die Geschichte eines Mönches, der schmerzliche Erfahrungen macht. Er (Young-min Kim) verliert seine Unschuld, verliebt sich und erlebt schließlich das mörderische Gefühl der Eifersucht. Die innere Balance wird durch seine Gefühle außer Kraft gesetzt. Unter der Anleitung seines Meisters muss der junge Mönch in der Einsamkeit eines auf einem Bergsee schwimmenden Floßes, auf dem sich eine Hütte befindet, die spirituelle Reinheit lernen. Seine Lektionen sind dabei von Buße und Schmerz geprägt. Gelegentlich bricht das weltliche Leben in Form der seltenen Besucher in die Abgeschiedenheit ein und hinterlässt seine Spuren. Mit diesen Einflüssen umzugehen ist eine der schwierigsten Aufgaben, denen sich der Mönch (Ki-duk Kim) stellen muss. (FILMSTARTS)
Der junge deutsche Bäcker Thomas (Tim Kalkhof) aus Berlin hat eine Affäre mit dem verheirateten Israeli Oren (Roy Miller). Immer, wenn Oren nach Deutschland kommt, verbringen sie romantische und zutiefst intime Stunden miteinander, zurück in Israel verheimlicht er sein schwules Leben vor Ehefrau und Sohn. Nachdem Oren bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, reist Thomas auf der Suche nach Antworten in dessen Heimat Jerusalem und beginnt dort schließlich, im koscheren Café von Anat (Sarah Adler), der Witwe seines Liebhabers, zu arbeiten. Die beiden verstehen sich blendend und Thomas dringt immer weiter in Orens ehemaliges Leben ein, wird zunehmend ein Teil davon. Doch als Anat dahinterkommt, wer ihr neuer Mitarbeiter wirklich ist, ist sie zutiefst erschüttert und ein Drama bahnt sich an… (FILMSTARTS)
Hinweis: 16:30 Uhr: dt. Fassung/ 19:00: Frz. m. dt. U.
Die uneheliche Tochter einer verarmten Adligen wird um 1760 zum Eintritt ins Kloster erpreßt und ist dort den Grausamkeiten und Zudringlichkeiten zweier Oberinnen ausgesetzt. Verfilmung einer Novelle von Diderot. Der abgeschlossene Raum des Klosters erscheint als gefängnisartiger Experimentierkäfig, in dem psychische Regungen mit peinlicher Genauigkeit sichtbar werden. Rivette verdoppelt mit stets präsenter Kamera den Blick der Kontrollinstanzen und erreicht hohe atmosphärische Spannung. Dabei geht es dem Film, der nach Protesten in Frankreich zunächst verboten wurde, weniger um eine Denunziation des Klosterlebens als um neue Formen dramaturgischer Entfaltung und Verdichtung. Da ihn dabei das Wesen des Ordenslebens nur als „Folie“ interessiert, setzt er sich der Gefahr aus, ungerechtfertigten Vorurteilen Vorschub zu leisten. (filmdienst.de)
Hinweis: Überlänge, daher Start um 16:00 Uhr & 19:00 Uhr!
Ein abgelegener Vierseitenhof in der Altmark, dessen Wände seit über einem Jahrhundert die Geschichten der dort lebenden Menschen tragen. Ein Hof, den einst von vier Frauen bewohnten, deren Leben über verschiedene Jahrzehnten miteinander verknüpft sind. Alma (Hanna Heckt), Erika (Lea Drinda), Angelika (Lena Urzendowsky) und Nelly (Zoë Baier) – jede von ihnen verbringt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Ort, doch während sie durch ihre eigene Zeit gehen, offenbaren sich ihnen Spuren aus der Vergangenheit. Verborgene Ängste, verdrängte Traumata und lange gehütete Geheimnisse treten zu Tage. Alma erfährt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde und fürchtet, ihr Schicksal zu teilen. Erika gerät in den Bann ihres schwer verletzten Onkels und verliert sich in gefährlichen Fantasien. Angelika schwankt zwischen Lebenslust und Todessehnsucht, während sie in einem zerrissenen Familiensystem gefangen ist. Nelly wächst in scheinbarer Sicherheit auf, doch dunkle Träume und unbewusste Erinnerungen an vergangene Ereignisse verfolgen sie. (FILMSTARTS)
17:00 Uhr & 19:30 Uhr: Deutsch & Englisch mit Untertiteln
Berlin. London. München. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und sein Chefdirigent Sir Simon Rattle sind in Höchstform. Bereits als blutjunger Erster Dirigent des City of Birmingham Symphony Orchestra so etwas wie ein „Popstar“, gelingt es ihm heute noch, Menschen weltweit zu inspirieren. Um es mit Peter Sellars Worten zu sagen: „Wenn Menschen zusammenarbeiten, sind sie zu Wundern fähig. Bei Simon ist man Zeuge dieses Wunders.“ In zahlreichen Interviews – ergänzt durch John Carewe, Daniel Harding oder Karina Canellakis – und großartigen Proben- und Konzertaufnahmen, entwirft Benedikt Schulte ein lebendiges und vielschichtiges Porträt des Künstlers und unermüdlichen Förderers junger Talente. Vom ersten Augenblick an faszinierend! (Filmportal.de)
Hinweis: Mittwoch in der Lambertikirche! Start 18:30 Uhr: dt. Fassung mit Orgelbegleitung von Wilfried Kaets
Der Golem: Wie er in die Welt kam (1920) ist ein expressionistischer deutscher Film von Paul Wegener und Carl Boese, der auf der jüdischen Legende des Golems basiert. Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert in der Prager Judengasse. Rabbi Löw, der durch die Sterne von drohender Gefahr für seine Gemeinde erfährt, erschafft mithilfe magischer Rituale eine lehmgeformte Figur, den Golem, um die Juden vor dem drohenden Unheil zu schützen. Der Golem rettet den Kaiser und bewahrt die Juden vor der Vertreibung.
Als Löws Assistent den Golem für persönliche Rache missbraucht, gerät die Situation außer Kontrolle: Der Golem richtet Chaos an, zündet das Ghetto an und wird schließlich von einem kleinen Mädchen besiegt, das den magischen Stern von seiner Brust entfernt.
Der Film gilt als einer der größten Erfolge des deutschen Stummfilms und ist bemerkenswert für seine moderne filmische Gestaltung, die sich von den üblichen Theaterbühnen der Zeit abhebt. Die beeindruckende Ausstattung und Architektur von Hans Poelzig, die Kameraarbeit von Karl Freund und die Spezialeffekte von Carl Boese tragen zur Bedeutung des Films bei. Der Film wird als Klassiker des expressionistischen Kinos und als Meilenstein in der Geschichte des deutschen Films angesehen. (Stummfilm-Live)