Als Mitglieder einer Tanzkompanie sind Gastón (Gael García Bernal) und Ema (Mariana Di Girolamo) Drama gewöhnt. Das erreicht jedoch vollkommen neue Ausmaße, als Emas Adoptivsohn Polo (Cristián Suárez), ihre Schwester schwer verletzt. Die Tänzerin zögert nicht lange und gibt den kleinen Jungen wieder weg. Kurz darauf hagel es von allen Seiten Kritik: Ihr Freund, ihre Kollegen, das Jugendamt – alle sehen darin eine eigenmächtige und herzlose Entscheidung. Doch statt sich dem Selbstmitleid hinzugeben, beginnt Ema zu rebellieren: Mit ihrer Mädchen-Gang legt sie fortan alles in Flammen, was sich ihr in den Weg stellt und der Reggaeton ist der Rhythmus, der den Takt bei Emas Grenzüberschreitungen angibt. (Filmstarts)
Autor: Mathilde (Seite 11 von 20)
Dokumentation über den spanischen Tanz Jota. Die Jota wird fast überall in Spanien getanzt, wobei es regionale Unterschiede in der Ausführung gibt. Zu den bekanntesten Varianten gehören die aragonesische, die navarrensische und die galicische Jota. Nachdem er bereits Musikdokumentationen wie „Sevillanas“, „Flamenco“ oder „Fados“ gedreht hat, widmet Regisseur Carlos Saura in „Jota – Mehr als Flamenco“ nun der Variante, die in seiner Heimat Aragon getanzt wird. Dabei geht er sowohl auf Entstehung und Geschichte der Jota ein als auch auf die Bewegung, die sich für Erhalt und Weiterentwicklung des Tanzes einsetzt. Außerdem zeigt Saura Szenen aus verschiedenen Jota-Aufführungen, an denen auch die weltberühmte Flamencotänzerin Sara Baras beteiligt ist. (Filmstarts)
Les enfants d‘Isadora
Eine junge Tänzerin (Agathe Bonitzer) übt Isadora Duncans Stück „Mutter“. Sie probt ganz allein vor dem Spiegel. Um diesen Solotanz besser zu verstehen, liest sie Duncans Autobiografie, wo sie geht und steht.
Eine etwas ältere Tanzlehrerin (Marika Rizzi) studiert dasselbe Stück mit ihrer Schülerin (Manon Carpentier) ein. Das Datum der Premiere rückt näher. Um Duncans Intention zu begreifen, tauschen sich die beiden rege aus – meist am Proben- und späteren Aufführungsort, mal am nahe gelegenen Strand.
Eine noch ältere Frau (Elsa Wolliaston) sieht sich die Premiere an und nimmt ihre Impressionen mit nach Hause. Dort führt sie vor dem Schlafengehen ihre eigene, kleine Interpretation von Duncans Stück ganz allein für sich auf. (Spielfilm.de)
Rana (Silvia D’Amico) und Marti (Daphne Scoccia) sind Freundinnen und pleite. Doch das soll nicht lange so bleiben, denn die beiden beschließen Dogsitter zu werden und sich ein bisschen was dazu zu verdienen. Als sie schließlich einen großen Auftrag bekommen und für ein Wochenende auf den Hund einer sehr reichen alten Dame aufpassen sollen, geht alles schief – ihr vierbeiniger Schützling wird entführt. Wird es ihnen gelingen, ihn wiederzufinden? (Filmstarts)
Filmemacher Andrea Segre reist im Frühjahr 2020 in die Heimat seines Vaters nach Venedig. Dort will er einen Dokumentarfilm über die größten Probleme der italienischen Stadt machen: den Tourismus und das Hochwasser. Erst einmal angekommen, wird er – wie der Rest der Welt – von der Coronapandemie überrascht.
Während der Lockdown in Italien verhangen wird und die Triage das italienische Gesundheitssystem beinah zum Erliegen bringen wird, sind die Straßen Venedigs plötzlich wie leergefegt. Von der ursprünglichen Problematik seiner Dokumentararbeit ist nichts mehr zu spüren. Stattdessen beruhigen sich die Gewässer und die Straßen sind leer. Die wenigen Bewohner*innen, die noch auf den Straßen zu finden sind, resümieren über die Veränderung der Stadt – von den Erinnerungen aus ihrer Kindheit, bis zur belebten Stadt der Neuzeit und den nun leeren Straßen im März 2020. So habe man den Giudecca Kanal wohl seit Jahrtausenden nicht erlebt.
Neben den Erfahrungen dieser Handvoll Menschen, die noch anzutreffen sind, stöbert Andrea zudem in den Privatarchiven seines Vaters. Sein Dokumentarfilm zeigt Bilder aus der Zeit zwischen Februar und April 2020 sowie Super-8-Aufnahmen der vergangenen Jahrzehnte seines Vaters. Als Off-Stimme führt Andrea Segre durch den Film. Die Heimatstadt seines Vaters blieb lange Zeit ein großes Rätsel für den Filmemacher, doch durch die Rückeroberung der Natur im Angesicht einer globalen Pandemie entdeckt Andrea Segre sein Venedig und eine Verbindung zu seinem schweigsamen Vater. (kino.de)
Internationales Filmfestival Venedig: Spezialpreis der Jury 2021
Während des Wirtschaftsbooms in den 1960er-Jahren wird im wohlhabenden Norden Italiens das höchste Gebäude Europas gebaut. Am anderen Ende des Landes besuchen Höhlenforscher die kalabrische Hochebene im unberührten kalabresischen Hinterland. Dort erforschen die jungen Eroberer in knapp 700 Metern Tiefe eine der tiefsten Höhlen der Welt, in die noch nie jemand vorgedrungen ist. Das Unterfangen der Eindringlinge bleibt von den Bewohnern eines kleinen Nachbardorfes unbemerkt, nicht aber von dem alten Hirten der Pollino-Hochebene… (filmstarts)
Martin Eden (Luca Marinelli) ist ein Dorfjunge, der seinen Lebensunterhalt als Seemann verdient. Eines Tages ist Martin zur richtigen Zeit am richtigen Ort und rettet das Leben des jungen Arturo (Giustiniano Alpi). Als Dankeschön lädt Arturo Martin zu sich nach Hause ein, wo dieser Arturos Schwester Elena (Jessica Cressy) kennenlernt und sich in sie verliebt. Doch um ihre Hand anhalten zu können, muss sich Martin erst einen gewissen sozialen und gesellschaftlichen Status erarbeiten. Er entscheidet sich für eine Karriere als Schriftsteller, doch seine Begeisterung für den Sozialismus stellt die Beziehung mit Elena vor Probleme… (filmstarts)
Europäischer Filmpreis: Bester Film, Beste Regie, Beste Darstellerin 2021, LUX Publikumspreis 2022
Bosnien, Juli 1995. Aida (Jasna Ðuriči) ist Übersetzerin für die UN in der Kleinstadt Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt einnimmt, gehört ihre Familie zu den Tausenden von Menschen, die im UN-Lager Schutz suchen. Als Dolmetscherin in den Verhandlungen hat Aida Zugang zu entscheidenden Informationen. Sie versucht dabei, Lügen und Wahrheiten auseinanderzuhalten, um herauszufinden, wie sie ihre Familie und ihre Mitbürger*innen retten könnte. (quovadisaida)
L‘événement
Internationale Filmfestspiele Venedig: Goldener Löwe 2021
Das eindringliche Porträt einer Frau im schmerzvollen Kampf um Körperpolitik und Selbstbestimmung basiert auf einer Geschichte von Annie Ernaux.
Frankreich 1963. Anne ist eine begabte und beflissene Studentin, die den sozialen Aufstieg vor sich sieht und damit einen Ausweg aus den Zwängen ihrer Herkunft. Wegen einer ungewollten Schwangerschaft droht sich diese Tür für Anne zu verschließen – über andere Wege herrscht im Frankreich dieser Zeit Stillschweigen. Anne absolviert vergebliche Arztbesuche, sucht verzweifelt Hilfe und erfährt keine Solidarität. In ihrem intensiven Spiel lässt Hauptdarstellerin Anamaria Vartolomei den souveränen Geist einer Unbeugsamen spürbar werden. (filmfesthamburg)
Internationale Filmfestspiele Berlin: Goldener Bär 2022
Seit 80 Jahren baut die Familie Solé in Alcarràs Pfirsiche an. In diesem Sommer versammelt sie sich zum letzten Mal zur gemeinsamen Ernte. Das Land hatte ihnen einst der Großgrundbesitzer Pinyol überlassen, als Dank für seine Rettung im Spanischen Bürgerkrieg. Doch der junge Pinyol will vom Handschlag seines Großvaters nichts mehr wissen. Er will das Land zurück, um eine Photovoltaik-Anlage darauf zu errichten. Auf einzigartige, vielstimmige, mit überbordender Energie und Momenten der Stille orchestrierte Weise erzählt „Alcarràs“ von der letzten Ernte der Solés – so handfest, zärtlich und sinnlich, dass wir uns bald selbst als Mitglied der Familie wähnen. Der Großvater Rogelio gibt die Hofffnung nicht auf, den jungen Pinyol zum Einlenken zu bewegen. Vater Quimet stürzt sich in die Erntearbeit, als gäbe es doch noch ein Morgen. Dolors hält Haus und Familie mit fröhlicher Geduld zusammen, doch auch sie
kann beherzt Grenzen ziehen. Die älteren Kinder Roger und Mariona, Quimets Schwestern Glòria und Nati und Schwager Cisco – alle helfen mit bei der Arbeit, inmitten des unbändigen Tobens der Kinder Iris, Teia, Pau und Pere.
Jede und jeder in diesem Ensemble hat seine eigene Stimme und Geschichte. Die lärmende Unbeschwertheit des Familienfests, harte Arbeitstage vom Morgengrauen bis tief in die Nacht, der Kampf in der Genossenschaft gegen das Preisdiktat der Supermärkte, die Fröhlichkeit der gemeinsamen Ernte, das tiefe Wissen über Pflanzen und Boden, die Ungewissheit über das, was kommen mag: „Alcarràs“ ist ein grandios choreografierter Film voller Farben, Kontraste und Facetten, voller Leben und Liebe. Je näher das Ende dieses Sommers rückt, desto mehr nehmen die Spannungen in der Familie zu. Fast übersehen die Solés, dass sie einen Trumpf in Händen halten, den ihnen niemand wegnehmen kann. (alcarras.piffl-medien)