VHS-KELLERKINO im RIEDEL-SAAL

In Zusammenarbeit mit dem THEGA FILMPALAST

Immer dienstags um 17:00 Uhr und 19:30 Uhr

13. 03. 2018

Seefeuer


Italien / Frankreich 2016; 114 Min.; FSK: 12; 17:00 Uhr: dt. Fassung; 19:30 Uhr: Mehrsprachig m. dt. U.


Internationales Filmfestival Berlin 2016: Goldener Bär, Preis der ökumenischen Jury, Amnesty International Filmpreis

 

Regie, Kamera: Gianfranco Rosi; Schnitt: Jacopo Quadri; Italien / Frankreich 2016; 114 Min.; FSK: 12;

17:00 Uhr: dt. Fassung; 19:30 Uhr: Mehrsprachig m. dt. U.

 

Dem Rhythmus des Insellebens folgend, das seit jeher vom Meer und all dem bestimmt wurde, was es brachte, beobachtet Rosi mit großer Ruhe und kommentarlos das Leben einiger Bewohner Lampedusas. Vor allem aber konzentriert sich die Erzählung auf den zwölfjährigen Samuele, Sohn einer Fischerfamilie.

Nur spärliche Berührungspunkte scheint es zwischen Alltagsszenen und Aufnahmen von Rettungsaktionen und Aufnahmeprozeduren von Flüchtlingen vor der Küste zu geben. Dieser Kontrast zweier Parallelwelten in unmittelbarer Nachbarschaft wird zu einer großen, bedrückenden Metapher für den Abgrund, der sich am Rande unseres wohlgeordneten europäischen Alltags auftut. Das Sterben und Überleben von so vielen Tausend Menschen spielt sich gewissermaßen vor der Haustür ab und scheint doch unendlich weit entfernt.

Mit der gleichen Ruhe wie die Lampedusianer zeigt er auch die Menschen, die von der Marine aufgenommen werden, erleichterte, erschöpfte, manchmal auch sichtlich traumatisierte Gestalten. Es sind andere Bilder als jene, die wir aus dem Fernsehen kennen. Und obwohl wir keinem Flüchtling so nah kommen wie den Insulanern, zeigt der Film nicht einfach anonyme Massen. Jenseits des gleichmacherischen Etiketts „Flüchtling“ werden die Gesichter von Individuen erkennbar.

SEEFEUER ist eine künstlerische Befragung unserer Mitmenschlichkeit, unserer Aufmerksamkeit im Angesicht unermesslichen Leids an den Rändern unserer Wahrnehmung. (epd Film)


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